21.06.13 Zahnästhetik

Interview Dr. Cartus: Rote und Weiße Ästhetik

ROTE UND WEISSE ÄSTHETIK

Wenn der Begriff ästhetische Zahnheilkunde fällt, haben viele Menschen strahlend weiße, schöne Zähne vor Augen. Doch der Bereich Zahnästhetik umfasst neben „weißer Ästhetik“, ebenso die „rote Ästhetik“, das Zahnfleisch. Beide Faktoren sind gleichermaßen bedeutsam für ein als ästhetisch empfundenes Lächeln.

In Bezug auf das Zahnfleisch unterscheidet die Zahnheilkunde zwei Problemstellungen: zu wenig Zahnfleisch und zu viel Zahnfleisch, auch als Gummy Smile bezeichnet. Was in beiden Fällen für ein ebenmäßiges Ergebnis von der Zahnmedizin unternommen werden kann, erläutert Ihnen Herr Dr. med. dent. Holger Cartus, Zahnarzt aus St. Ilgen.

Zahnfleischrückgang ist eine unangenehme, oft schmerzhafte Angelegenheit. Welches können die Ursachen für einen Zahnfleischrückgang sein?

Rote Ästhetik betrifft normalerweise den Zahnfleischbereich, der im Sichtbereich liegt, das grundsätzlich zum Wesenskern der Fragestellung. Die Ursachen sogenannter Gingiva-Rezessionen gliedern sich in zwei Bereiche. Zum einen in bakteriell bedingte oder induzierte Erkrankungen, die meistens durch Entzündungen, oft durch giftig rotes Zahnfleisch, zu erkennen sind und als Parodontitis bezeichnet werden. Und zum anderen in Veränderungen im Zahnfleischbereich, die nicht entzündlicher Art sind, im Fachjargon sprechen Zahnärzte von mukogingivalen Veränderungen.

Bei mukogingivalen Veränderungen kommen besonders die individuellen Voraussetzungen eines Patienten, sprich seine grundanatomischen Verhältnisse zum Tragen. Durch eine schlechte Putztechnik, beispielsweise verursacht durch Putzen mit zu harten Bürsten oder zu kräftigen Schallbürsten, verändert sich im Laufe der Zeit punktuell das Gewebe. Neben traumatischen Putztechniken können kieferorthopädische Behandlungen, Zähne, die rotiert sind oder nach außen stehen und Lippenbändchen, die zu nah am Zahn liegen oder das Knirschen mit den Zähnen einen Zahnfleischrückgang, sogenannte Rezessionen hervorrufen. Hat ein Patient zusätzlich einen sehr dünnen Knochen darunter, resorbiert dieser schnell auf Trauma und das Gewebe folgt nach, es treten schließlich Zahnfleischrezessionen auf.

Dies fällt in den Bereich der mukogingivalen Chirurgie, einem breiten Aufgabenspektrum. Meist ist es so, dass diese Rezessionen, die wir jetzt angesprochen haben, häufig im Seitenzahnbereich auftreten. Ästhetisch sind sie dadurch gar nicht so entscheidend, es geht in erster Linie darum Sensibilitäten, die sich für den Patienten auftun zu beheben.

Herr Dr. Cartus, wann kann man sagen, dass der Anteil des Zahnfleisches zu wenig ist?

Wenn es zu Konturveränderungen in der Außenkonturlinie kommt, freiliegende Zahnhälse vorliegen oder Patienten über Sensibilitäten klagen, ist der Anteil des Zahnfleisches sicherlich zu gering.

Das Gegenstück zu einem Zahnfleischrückgang ist ein zu viel an Zahnfleisch. Ab wann kann von einem Gummy Smile gesprochen werden?

Das Zahnfleischlächeln betrifft insbesondere den Oberkiefer. Es gibt Menschen, die über ein sehr dickes angewachsenes Zahnfleisch verfügen. In der Fachsprache heißt es dickes attached Gingiva. Von einem Gummy Smile spricht ein Zahnarzt dann, wenn beim Lachen die obere Rotzone überbewertet ist. Das Verhältnis von Lippe, Zahnfleisch und Zähnen befindet sich im Ungleichgewicht. Letzten Endes ist das Zahnfleischlächeln keine Erkrankung, es ist eine rein ästhetische Fragestellung, sich einem solchen Thema zuzuwenden und es ist speziell vom Patienten abhängig ob dieser den Zustand als negativ empfindet.

Welche Möglichkeiten gibt es, das Zahnfleischlächeln zu korrigieren?

Es gibt je nach Ausprägung des Gummy Smile unterschiedliche Korrektur-Möglichkeiten. Bei einem starken Überschuss an Zahnfleisch, ist der Weg, ein Zeinfleischlachen auszugleichen folgender: Nach Referenzlinien wird in der Ästhetischen Zahnheilkunde eine neue Situation geschaffen. Referenzlinie ist die Oberlippenlänge. Diese sollte von den mittleren Schneidezähnen um ca. 1-2 mm übertroffen werden. Daraus ergibt sich eine neue, vermutete Frontzahnlänge von ca. 11 bis 12 mm für die mittleren Schneidezähne, welche wir anstreben. Nachdem definiert wurde, wo der rote Saum des Zahnfleisches beginnen soll, wird das Gewebe durch einen chirurgischen Eingriff in die entsprechende Position geführt und eine Kronenverlängerung durchgeführt, bei der der Knochenanteil um den Zahn herum reduziert wird. Es folgt eine Abheilzeit von etwa einem halben Jahr, innerhalb derer sich das Gewebe sauber zurückbilden kann. Aus der Kronenverlängerung ergibt sich anschließend eine weitere zahnärztliche Aufgabenstellung: sogenannte schwarze Dreiecke müssen zwischen den Zähnen kaschiert werden. Durch das Aufbringen von Veneers wird der Zahn dann in einer neuen, schönen Form präsentiert, so dass die Gewebspapillen wieder direkt am Zahn „andocken“ und keine schwarze Lichtentwicklung mehr zwischen den Zähnen stattfindet, es entsteht ein neues, symmetrisches Lächeln.

Wenn Sie sich ausführlicher über das Thema Veneers informieren möchten, empfehlen wir Ihnen die weiterführende Artikel über die verschiedenen Veneertechniken.




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Dr. Ihssan Khalili, Augsburg
21.02.2017, 15:11
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