23.05.15 Vorsorgeuntersuchung

Interview: Dr. Knöll Zahnversiegelung

Für eine gesunde Zahnentwicklung spielt die Kariesprophylaxe eine wichtige Rolle. Neben gewissenhafter Zahnpflege und zahnfreundlicher Ernährung kann auch eine Zahnversiegelung zur Vermeidung von Karies beitragen. Häufig sind deshalb Eltern mit der Frage konfrontiert, ob Sie die Zähne ihrer Kinder versiegeln lassen möchten. 

Das Interview mit Dr. Knöll, Zahnarzt aus Plankstadt, klärt verschiedenen Fragen von Patienten zum Thema Zahnversiegelung.

Herr Dr. Knöll, was genau passiert bei einer Zahnversiegelung?

Zur Beantwortung dieser Frage möchte ich kurz etwas ergänzen. Viele Patienten verwechseln eine Zahnversiegelung mit der Fluoridierung. Hierbei wird Fluoridlack auf die Zahnoberflächen aufgetragen. Fluor dient der Stärkung des Zahnschmelzes und haftet nur wenige Stunden bis Tage auf der Zahnoberfläche. Während dieser Zeit gibt das Fluorid Spurenelemente an den Zahnschmelz ab und Mineralien können so in den Schmelz eingebunden werden. Bei einer Zahnversiegelung hingegen werden nicht alle Zähne behandelt, sondern nur einzelne Fissuren. Sie werden mit Kunststoffmaterial oder sogenannten Kompositen ausgefüllt, man spricht deshalb auch von einer Fissurenversiegelung. 

Weshalb sollten Fissuren versiegelt werden?

Fissuren sind kleine Furchen oder Vertiefungen, die hauptsächlich auf der Kaufläche von Backenzähnen zu finden sind. Meist sind Fissuren so schmal, dass sie mit einer Zahnbürste nicht erreicht werden können. So vermehren sich dort Bakterien und mit der Zeit entsteht möglicherweise Karies. 

Wann ist die Versiegelung von Fissuren sinnvoll?

Eine Versiegelung von Fissuren hilft präventiv, nicht bei bereits entstandener Karies. Weil die Zahnversiegelung der Anlagerung von Bakterien in den Zähnen vorbeugt, ist ein idealer Zeitpunkt für die Behandlung, wenn diese noch unbeschadet sind. Deshalb raten Zahnärzte zu einer Behandlung in jungen Jahren. Damit bleiben Karies bildenden Bakterien wenige Chancen, sich festzusetzen. Ob eine Behandlung empfehlenswert ist, stellt der Zahnarzt individuell nach einer Untersuchung fest. 

Sollten Milchzähne versiegelt werden?

Bei Milchzähnen teilen sich die Meinungen der Zahnärzte. Grundsätzlich wird eine Zahnversiegelung bei Milchzähnen jedoch als überflüssig angesehen. Die ersten Zähne weisen oft deutlich flacherer Vertiefungen auf und stellen daher keine große Gefahr für die Kariesbildung dar. Zudem entsteht Milchzahnkaries vermehrt in Zahnzwischenräumen, die bei einer Versiegelung i. d. R. nicht erreicht werden können. Wir raten nur zu einer Behandlung von Zahnfissuren bei sehr hohem Kariesrisiko.

Die Zähne versiegeln lassen, welche Risiken bringt diese Behandlung mit sich?

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass eine Zahnversiegelung kein Allheilmittel darstellt. Oft schleicht sich nach einer Versiegelung das Gefühl ein, man müsse die Zähne nun weniger intensiv pflegen, weil man besser vor Kariesbefall geschützt sei. Wenn Sie in Erwägung ziehen, Ihre Zähne versiegeln zu lassen, sollten Sie wissen, dass es sich durchaus um einen Eingriff am Zahn handelt. Nach einer gründlichen Zahnreinigung wird der zu behandelnde Zahn an der Vertiefung mit säurehaltigem Gel aufgeraut oder bei einer erweiterten Fissurenversiegelung mit einem kleinen Bohrer behandelt. Anschließend wird die Vertiefung mit Kompositmaterial gefüllt, das Material muss gehärtet und abschließend poliert werden. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen sollte eine halbjährliche Kontrolle erfolgen, zwei Mal im Jahr.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Zahnversiegelung?

Die zahnmedizinische Behandlung wird bis zum 18. Lebensjahr von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, jedoch nur bei großen, bleibenden Backenzähnen. Bei der Versiegelung anderer Zähne oder bei Milchzähnen kommt die Krankenkasse nicht für die Kosten auf. In diesem Fall müssen die ca. 10 - 25 Euro pro versiegeltem Zahn selbst getragen werden. 

Zusammengefasst lässt sich sagen: Bewusst und gezielt eingesetzt ist die Versiegelung der Zähne eine sinnvolle Methode zur Kariesprävention, den Bedarf sollten Sie im Einzelfall genau abklären lassen!

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Zahnversiegelung? Diskutieren Sie auch gerne mit unseren Experten im Forum, wir freuen uns, Ihre Fragen zu beantworten! 




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Dr. med. dent. Rainer Roos, Neuhausen/Filder
21.02.2017, 15:11
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