12.04.12 moderne Kariesbehandlung

Interview Dr. Schmitz Kariesbehandlung ohne Bohrer

Die meisten Menschen denken an das nervendurchdringende Geräusch eines Bohrers, wenn sie das Wort Zahnarzt hören. Doch die moderne Zahnmedizin hat einen Weg gefunden kariöse Stellen am Zahn ohne den Einsatz eines Bohrers zu behandeln. In einem Interview hat Dr. Schmitz Fragen rund um diese neue Technik beantwortet.

Dr. Schmitz es gibt unterschiedliche neue Methoden, mit denen Karies behandelt werden kann, dazu zählen beispielsweise das Cariosolv Gel und das so genannte Icon Verfahren. Können Sie den Unterschied dieser beiden neuen Techniken erläutern?
Mit dem Cariosolv Gel, das in der Vergangenheit vermehrt eingesetzt wurde, hat man die kariösen Stellen am Zahn abgetragen. Je nachdem wie weit der Zahn schon befallen war, musste die Behandlung mehrmals wiederholt werden. In einigen Fällen kam der Bohrer dennoch zum Einsatz. Als Füllmaterial hat man die gängigen Composit-Füllungen verwendet. Das Icon Verfahren hingegen wird vor allem eingesetzt, um oberflächliche Karies zu beseitigen auch das Füllmaterial wurde speziell für dieses Verfahren entwickelt.

Wann kann das Icon Verfahren zum Einsatz kommen?
Das Verfahren kann bei oberflächlichem Kariesbefall eingesetzt werden und ist besonders geeignet, wenn die Zahnzwischenräume kariöse Stellen aufweisen. Es eignet sich beispielsweise zur Regeneration, nachdem der Patient eine feste Spange getragen hat. Für eine feste Zahnspange werden Brackets auf den Zähnen befestigt, die den Metalldraht fixieren. Die Stellen um die Brackets sind schwierig zu reinigen und daher anfällig für Karies. Es bilden sich weiße Stellen um die Brackets und diese können mit dem Icon System so zusagen wieder regeneriert werden. Karies in den Zahnzwischenräumen tritt mit steigendem Alter vermehrt auf. Es ist äußerst schwierig diese Stellen mit dem herkömmlichen Verfahren zu behandeln, da die Zahnzwischenräume nur schwer erreichbar sind. Das Gel dringt in diesen Zwischenraum ein und beseitigt die Karies.

Wie kann sich der Patient den Ablauf einer Behandlung mit dem Icon System für den Zahnzwischenraum vorstellen?
Zuerst werden Röntgenbilder erstellt. Auf diesen sind kariöse Stellen in den Zahnzwischenräumen sichtbar. Als nächstes erfolgt die so genannte Vorbereitung, in diesem Schritt wird die Oberfläche des kranken Zahns mit einem speziellen Gel vorbehandelt. Im darauf folgenden Schritt wird der Zahn mit einem medizinischen Alkohol getrocknet. In der nächsten Phase wird der Icon-Kunststoff aufgetragen. Dieser dringt in die Karies ein, verschließt die Poren und wird anschließend gehärtet.

Das Carisolv Gel kam vor allem in der Kinderzahnheilkunde zum Einsatz, ist dies bei dem Icon Verfahren ebenfalls so?
Nein, das Verfahren kann natürlich auch in der Kinderzahnheilkunde eingesetzt werden. Karies in den Zahnzwischenräumen tritt beispielsweise erst im vermehrt im Erwachsenenalter auf. Daher ist dieses System für alle Altersgruppen nutzbar.

Was muss beachtet werden, damit das Icon Verfahren zum Einsatz kommen kann?
Eine ständige Kontrolle ist sehr wichtig. Damit die Karies eben schon im Anfangsstadium erkannt und mit dem System behandelt werden kann. Wenn der Kariesbefall der Zähne allerdings schon weit fortgeschritten ist, das heißt schon tief in den Zahnschmelz eingedrungen ist, dann kann dieses Verfahren nicht zum Einsatz kommen.

Wie häufig muss die Behandlung wiederholt werden, damit die kranke Stelle am Zahn wieder regeneriert ist?
Es ist nur eine Behandlung nötig, die oben genannten Schritte müssen nur einmal durchgeführt werden. Damit ist der Zahn komplett in seinen Normalzustand zurückversetzt.

Wird diese Behandlung von den Krankenkassen übernommen?
Nein die Kosten für diese Behandlung werden von den Krankenkassen nicht übernommen. Dieses Verfahren ist relativ neu auf dem Markt. Das ist schon mal ein Punkt, warum Krankenkassen eine Kostenübernahme ablehnen. Der Einsatz des Bohrers und der normalen Kunststofffüllungen hat sich über eine lange Zeit etabliert und so lange es keine Eindeutigen Studien gibt, die den prägnanten Vorteil dieses neuen Verfahrens belegen, werden die Krankenkassen meines Erachtens die Kostenübernahme weiterhin verweigern.

Gibt es denn Zahnzusatzversicherungen, die diese Behandlung übernehmen?
Das kann durchaus möglich sein. Aber auch für die Zahnzusatzversicherungen handelt es sich bei diesem Verfahren um „Neuland“. Die Patienten sollten sich im Vorfeld bei der jeweiligen Versicherung informieren, ob diese Behandlungsform übernommen wird.

Mit welchen Kosten pro Zahn kann der Patient rechnen?
Es ist schwierig hier eine pauschale Aussage zu treffen. Es kommt darauf an, wie groß die die betroffene Stelle am Zahn ist. Grob geschätzt kann an sagen pro Zahnhälfte etwa 200 - 300 €.

Ist die Behandlungsform für Angstpatienten geeignet?
Prinzipiell wäre das Icon Verfahren für Angstpatienten möglich, da eben kein Bohrer zum Einsatz kommt. Nur ist es in den meisten Fällen so, dass Angstpatienten erst zum Zahnarzt gehen, wenn die Karies schon tief in den Zahnschmelz eingedrungen ist und in diesem Fall kann dann das Icon Verfahren nicht mehr angewendet werden. Wir arbeiten gerade bei Angstpatienten daran, diese schon frühzeitig zu Kontrolluntersuchungen zu bewegen, so dann im besten Fall ein Zahndefekt im Anfangsstadium erkannt und behandelt werden kann.

Die gängigen Compositfüllungen müssen in vielen Fällen nach einigen Jahren erneuert werden, wie sieht es mit dem flüssigen Kunststoff aus, der bei dem Icon Verfahren zum Einsatz kommt?
Der Kunststoff, der bei diesem System eingesetzt wird, ist viel flüssiger als die normalen Kunststofffüllungen. Dieser flüssige Kunststoff dringt dadurch viel tiefer in die Kapillare des Zahns ein. Er verschmilzt so zu sagen mit dem Zahn. Aber schlussendlich lebt jede Füllung von der Mundhygiene. Man kann also keine pauschale Aussage treffen, dass nach einer bestimmten Zeitspanne die Füllung ausgetauscht werden muss.

Wie häufig setzen Sie dieses Verfahren zur Kariesbehandlung ein?
Das Verfahren wird in unserer Praxis durchaus angewendet aber der Großteil der Kariesbehandlung findet noch nach dem gängigen Verfahren statt. Das hat mehrere Gründe, zum einen sind in vielen Fällen sehr invasive Füllungen nötig. Zum anderen ist diese Methode auch eine Kostenfrage, nicht alle Patienten können sich diese Behandlung leisten. Um das Verfahren in der Zukunft vermehrt einsetzten zu können, ist es wichtig die Patienten zu einer gründlichen Zahnpflege zu Hause und zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt zu bewegen. So dass keine großen Zahndefekte entstehen könn




Bewertung abgeben ...
Klicken Sie auf die Sterne um Ihre Bewertung abzugeben.

Artikel kommentieren:


CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.

Ihr Kommentar:*


Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus

Bisher:

Keine Kommentare


zum Experten-Portfolio
Dr. Ihssan Khalili, Augsburg
21.02.2017, 15:11
allgemeine Implantologie, allgemeine Prothetik ,allgemeiner Zahnersatz ,Parodontologie, Weichgewebechirurgie, Wurzelbehandlung, zahnärztliche Chirurgie

Ihr Ansprechpartner

imc marketing services GmbH & Co. KG
Wolfgang Hentschel
Hauptstraße 104
69424 Mühlhausen

Tel. 06222 305383-53
info@implantat-spezialisten-deutschland.de
www.implantat-spezialisten-deutschland.de


Auf www.implantat-spezialisten-deutschland.de
können sich Patienten zu Zahnimplantaten informieren. Wir ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen kompetenten Zahnarzt.