12.03.14 Schnarchen

Interview Dr. Wiens, Praxis Dr. Schmoll & Partner: Schlafmedizin

SCHLAFAPNOE

Ein gesunder Schlaf ist von größter Bedeutung für unsere Lebensqualität. Wenn dieser gestört wird, leiden die Betroffenen häufig sehr darunter. Vor allem die gesundheitsgefährdende Schlafapnoe führt zu einem starken Schlafdefizit. Betroffene Personen befinden sich tagsüber oft in einem belastenden Dämmerzustand, da ihre nächtliche Ruhe durch plötzlich auftretende Atemaussetzer gestört ist. Dadurch vermindert sich auch die Qualität des Schlafes und dem Körper fehlen wichtige Erholungszeiten.

Als Spezialist für schlafbezogene Atmungsstörungen haben wir Herrn Dr. Wiens Fragen zu diesem äußerst vielschichtigen Themenbereich gestellt. Im folgenden Interview erläutert er die fachgerechten Behandlungsmöglichkeiten einer Schlafapnoe und seine Motivation, sich diesem Fachgebiet zu widmen.

Womit beschäftigt sich die zahnärztliche Schlafmedizin?

Die zahnärztliche Schlafmedizin beschäftigt sich auf Grundlage der Physiologie und der Anatomie der beim Schlafen beteiligten Organe, mit der Diagnose und Behandlung schlafbezogener Atmungsstörungen. Diese können vom harmlosen sog. habituellen Schnarchen bis hin zu extrem gesundheitsgefährdenden Schlafapnoen reichen.

Was versteht man unter einer Schlafapnoe?

Eine Schlafapnoe ist gleich zu setzen mit Atemstillstand während des Schlafes. Diese meist häufig während der Nacht auftretenden Atemstillstände können zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. Generell steigt die Sterblichkeit dieser Patienten mit einem ausgeprägten sog. Obstruktiven Schlaf-Apnoe-Syndrom (OSAS) um bis zu 7 Jahre.

Welche Erkrankungen können als Folge eines OSAS entstehen?
Als Folge eines OSAS entstehen besonders Herzerkrankungen. Diese können sein Schlaganfälle, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Herzrhythmusstörungen und sogar Herzinfarkte. Zudem kann auch Sodbrennen ein Symptom schlafbezogener Atmungsstörungen sein.

Wie stark ist die Verbreitung einer schlafbezogenen Atmungsstörung?

Die Inzidenz einer schlafbezogenen Atmungsstörung ist relativ hoch. 40-60 % der über 50-Jährigen schnarchen. Schnarchen ist prinzipiell nicht gesundheitsgefährdend, dennoch sollten soziale Aspekte nicht außer Acht gelassen werden. Die Partnerin oder der Partner können darunter stark leiden.

Die Inzidenz von ernst zu nehmenden und absolut behandlungsbedürftigen schlafbezogenen Atmungsstörungen liegt bei etwa 10 %. Auch Kinder sind häufig davon betroffen.
Leider ist die Anzahl der Spezialisten auf dem Gebiet der Schlafmedizin eher gering, sodass ein Großteil der Patienten nicht erkannt und dementsprechend nicht therapiert wird.

Wie funktioniert Diagnostik und Therapie von schlafbezogenen Atmungsstörungen?

Die Diagnostik und Therapie von schlafbezogenen Atmungsstörungen ist äußerst komplex und sollte nur von Spezialisten durchgeführt werden. Wichtig hierbei ist eine intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit. Dazu gehören HNO-Ärzte, Schlafmediziner, Schlaflabore und speziell ausgebildete zertifizierte Schlafzahnmediziner.

Aus schlafmedizinischer Sicht erfolgt die Diagnostik mittels umfangreicher Anamnese und validierten Fragebögen. Anschließend sollte ggf. vor der Therapie eine Schlafüberwachung zu Hause mittels eines kleinen Diagnosegerätes durchgeführt werden. Dieses Gerät zeichnet während des Schlafens die Schnarchdauer und – intensität auf, ebenso die Länge und Anzahl der Atemaussetzer. Erst ab einem bestimmten Schweregrad der OSAS sollte der Patient für eine Nacht ins Schlaflabor.
Aus zahnmedizinischer Sicht erfolgt die Behandlung mittels spezieller, individuell angefertigter sog. Unterkieferprotrusionsschienen.

Was zeichnet einen Spezialisten wie Sie aus?

Entscheidend für die Diagnostik und Behandlung schlafbezogener Atmungsstörungen ist eine fundierte Ausbildung.
Diese beinhaltet eine mehrere Monate andauernde regelmäßige Weiterbildung, bestehend aus Vorträgen, interdisziplinären Gesprächen, praktischen Übungen, Auffrischung fundierter anatomischer und physiologischer Kenntnisse, Präsentationen von Fallbeispielen und vieles mehr. Ohne eine solche Ausbildung sollte eine Diagnostik und Therapie nicht erfolgen und auch nur dann übernehmen die Krankenkassen die Kosten.

Warum haben Sie sich für eine Weiterbildung im Bereich Schlafmedizin entschieden?

Das hat mehrere Gründe. Zum einen fasziniert mich die Physiologie des Schlafes und dessen Komplexität bereits seit vielen Jahren. Andererseits ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit eine spannende Abwechslung zum Praxisalltag.
Zusätzlich weisen aktuelle Studien der letzten Jahre auf einen stetigen Zuwachs der Inzidenz schlafbezogener Atmungsstörungen hin, sei es bei Kindern oder Erwachsenen. Diese sind zum heutigen Zeitpunkt bei Weitem nicht vollständig erfasst, diagnostiziert und vor allem therapiert.
Ein erholsamer und vor allem gesunder Schlaf ist die Basis für ein gesundes und langes Leben, dieses Recht sollte jeder Mensch haben.

Herr Dr. Wiens, wir danken Ihnen für Ihre Zeit und das interessante Gespräch zu diesem komplexen Thema!




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21.02.2017, 15:11
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